Vom niederbayerischen Schnee in die Sonne der Karibik – Tobias Schreindl gewinnt beim Thermen Marathon eine Reise in die Karibik

Marathonsieger Tobias Schreindl

Von Erwin Fladerer und Rosi Ober

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Bad Füssing, 2./3. Februar 2019 – Es war der echte, der richtige, und wiederum der größte Wintermarathon Deutschland`s. Dem Sieger winkte nach kalten, teils rutschigen  42,195 Kilometern eine Reise in die warme Karibik. Tobias Schreindl (LG Passau) hat sie verdientermaßen gewonnen. Schon deswegen, weil auch seine Frau Susanne Schreindl als Siegerin den 10-km-Lauf in Bad Füssing beendete. Doch der Reihe nach

Wer nach Bad Füssing zum Thermen Marathon kommt, ist auf Winter eingestellt. Der zeigte sich im tiefen Niederbayern  auch bei der 26. Ausgabe rund um das Johannesbad. Der Ausrichter und Namensgeber verfolgt mit der sportlichen Veranstaltung natürlich auch eine Werbung für seine heissen Quellen, die seit 55 Jahren hier sprudeln. Und die sind im Winter besonders angenehm, vor allem dann, wenn einem die Kälte bei der sportlichen Betätigung zugesetzt hat. Eine Heilwirkung und Regenerationsmaßnahme vom Besten also. Schon deshalb, aber auch wegen des umfangreichen Laufangebots von Schülerlauf, 10 Kilometer, Halbmarathon und Marathon, strömten über 2300 gemeldete Teilnehmer in Europa`s größten Kurort. Wer aber nicht schon einen oder mehrere Tage vorher anreiste, hatte auf der Anfahrt ein Problem. Der Schnee kam über Nacht. So bildeten sich kurz vor dem Start noch lange Schlagen bei der Startnummernausgabe. Die viertelstündige Verlegung war im Trubel dann immer noch zu kurz angesetzt, sodass manche Läufer hinten nachrennen mußten. Und auf matschigem ersten Kilometer im Speed erstmal ausrutschten. Doch dann war die Strecke frei und, obgleich winterlich, gut zu belaufen. Erst der Endspurt auf dem letzten Kilometer gestaltete sich wieder schwieriger.

Marathonsiegerin Petra Pastorova

Nicht jeder wird zu Jahresbeginn gleich Bestzeiten erwarten sollen, und so war die Teilnahme ein wie immer willkommener Baustein für das Jahr 2019. Als einen Trainingslauf bezeichnete es der Sieger des Thermen Marathon, der aufgrund der Bedingungen dann doch etwas mehr abforderte. Tobias Schreindl (LG Passau), Deutscher Marathon Meister des Jahres 2014 und mit einer Bestzeit von 2:18:32 Std. ausgestattet wollte nach vier Halbmarathonsiegen in Bad Füssing nun den ersten Marathonerfolg unweit der Heimat.  In 2:31:10 Std. gelang ihm dies überlegen und er hatte dabei auch noch ein richtig gutes „Wettkampftraining“ für das nächste Marathonziel bei den Deutschen Meisterschaften Ende April in Düsseldorf absolviert. Fas wäre es ein Dreifacherfolg der Schützlinge von Trainer Günter Zahn geworden. Denn mit Alex Sellner wurde ein weiterer Passauer in 2:44:48 Std. Zweiter. Und da war auch noch mit der Startnummer Eins der Vorjahressieger Marco Bscheidl. Ihm war dann der dritte Platz dann doch nicht vergönnt. Mit dreissig Sekunden Rückstand feierte den Markus-Kristan Siegler in 2:45:04 Std. von der LG Erlangen.

In den Altersklassen dominierte in der M50 wieder einmal Klaus Mannweiler (TSV Wolfratshausen) als Gesamt Achter in 2:48:12 Std. und Sebastian Apfelbacher (TG Kitzingen/pacerteam.de)mit 2:59:55 Std. in der M40. Der unterfränkische Winzer (Apfelbacher Wein) hatte seine Aufgabe und Leistung aber vornehmlich als Tempomacher und Zugläufer für Teilnehmer mit Zielzeit 2:59 Std. gestellt und diese wiederum bravourös gemeistert.  Die Siegerin des Jahres 2017 Tina Fischl (WSV Otterskirchen)  klammerte sich bei noch nicht optimaler Form an den Tempomacher, um vielleicht einen erneuten Sieg zu landen. Doch gegen die Tschechin Petra Patorova (Club Seitl Ostrova), die von Anfang an ein hohes Tempo lief hatte sie keine Chance. Pastrova trug sich in 2:55:25 Std. erstmals in die „Hall of Fame“ von Bad Füssing ein.

Halbmarathonsiegerin Elvira Flurschütz in kurzer Hose

Dick eingepackt: Vittorio Cerqueni

Ging dann doch lieber in die Therme: Hans Dyka (Jg. 1930)

Aufgrund des nasskalten Wetters beendete sich mancher Marathoni die Distanz vorzeitig. Nicht so die drei „Jubiläumsläufer“, die mit ihrem extra entworfenen Laufshirt die zweimalige Achterrunde zum 26. Mal und damit ohne Unterbrechung durchliefen: Martin Klugseder (DJK SV Weng, 4:20:32), Theo Huhnholt (LC Bayern, 4:23:56) und Albert Lehrhuber (SV Schwindegg, 4:41:14)

Im Halbmarathon  gab es mit dem finnischen Marathonmeister Aki Nummela einen neuen, und mit Elvira Flurschütz (SC Kemmern) eine wiederholte Siegerin in Bad Füssing. Eine Klasseleistung lieferte Susanne Schreindl (LG Passau) über 10 Kilometer in glatten 36 Minuten. Die GENERALI MÜNCHEN MARATHON Siegerin 2018 feierte damit ein nicht erwarteten Jahreseinstieg, der Hoffnung und Lust auf mehr macht. Erstaunlich auch die Siegerzeit in der M80. Dr. Hansjörg Kuppardt, ehemaliger Johannesbad Mitarbeiter, gewann in 55:50 Minuten.

Die Siegerlisten

Marathon Damen

  1. Petra Pastrova (Club Seitl Ostrava) 2:55:25
  2. Tina Fischl (WSV Otterskirchen) 3:00:05
  3. Katrin Grigalat (LG Nord Berlin Ultra) 3:16:17

Marathon Herren

  1. Tobias Schreindl (LG Passau) 2:31:10
  2. Alex Sellner (LG Passau) 2:44:48
  3. Markus-Kristan Siegler (LG Erlangen) 2:45:04

Halbmarathon Damen

  1. Elvira Flurschütz (SC Kemmern) 1:24:09
  2. Sophia Franz (TSV 1860 Staffelstein) 1:27:34
  3. Christina Traxler (Trirun Linz) 1:30:59

Halbmarathon Herren

  1. Aki Nummela (Helsinki Half Marathon) 1:11:30
  2. Matthias Ewender (LG Region Landshut) 1:13:37
  3. Marcus Reschauer (LG Innviertel) 1:19:39

10 km Damen

  1. Susanne Schreindl (LG Passau) 36:00
  2. Hannah Sassnik (LC Aichach) 39:27
  3. Janina Lorenz (MRRC München) 39:29

10 km Herren

  1. Andreas Silberbauer (RC Grieskirchen) 33:48
  2. Yves Brack (DJK Beucherling) 33:54
  3. Wolfgang Achleitner (SV Wolfexpress) 34:19

Schülerlauf weiblich

  1. Franziska Drexler (1. FC Passau) 7:02
  2. Theresa Schmid (SG Moosburg) 7:33
  3. Pauline Lorenz (TSV Simbach) 7:49

Schülerlauf männlich

  1. Tofiq Mahamad (Realschule Neuhaus) 6:22
  2. Mustafa Hamed (Mittelschule Pocking) 7:00
  3. Philipp Köberlein (TS Herzogenaurach) 7:41

 

Der neue Organisationschef Jürgen Knaus leitete den Thermen Marathon 2019 unter nicht einfachen Bedingungen. Er hatte die Geschicke zusammen mit Max Frankenberger schon mal von 2005 bis 2009 in der Hand, ehe 2010 die Ära von Thomas Richter begann. Johannesbad Vorstands Vorsitzender Dr. Johannes Zwick mischte sich bei der Siegerehrung ebenso unter`s Volk wie Vorstand Werner Weißenberger auf der Laufstrecke, der  mit einer Zeit von 1:33:52 Std.  im Halbmarathon selbst Olympionikin Anja Scherl zum Applaus hinriss. Sie gab zuvor den Startschuss. Die Moderatoren Maresa und Peter Maisenbacher sorgten am Johannesbad sowohl drinnen bei den Siegerehrungen als auch draussen bei Start und Ziel stets für einen unterhaltsamen Aufenthalt für Läuferinnen, Läufer und Zuschauer.