Stampfl Berglauf läutet die Saison für Berg und Trail ein

Robert Wimmer feiert seinen dritten Stampflsieg

Von Erwin Fladerer und Rosi Ober

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Au am Inn, 30. März 2019 – Es war das erwartete Läuferfest am Stampfl, dem Hausberg des ausrichtenden SC Haag im Landkreis Mühldorf, dessen Aushängeschild die Biathletin Franziska Preuß und eben dieser Stampfl Berglauf ist. Seit 35 Jahren findet dieser vom idyllisch gelegenen Au am Inn hinauf nach Trescherberg und heute wieder bei Traumwetter mit Blick auf den Ort mit seiner markanten Innschleife und weiter auf die Alpenkette statt. Der Stampfl Berglauf ist ein kleiner, aber feiner seiner Spezies und alljährlich der Start in die Berg- und Trailsaison, die sowieso von Jahr zu Jahr mehr Fanatiker findet. Hier haben die 4,2 Kilometer und 200 Höhenmeter schon Kultstatus erreicht und die Anmeldelisten sind mit maximal 400 Meldungen schon lange vor dem Wettkampftermin erreicht.

Am Start stehen auch Landrat Georg Huber und Haags Bürgermeisterin Sissi Schätz. Die „Schirmherren“ staunen nach Jahren nicht mehr über die große Schar derer, die da hinauf wollen. Sie freuen sich vielmehr zusammen Schorsch Kurzmaier und dem Cheforganisator Karl Köstler über die Spannung der Athleten, die letztlich in Begeisterung endet. Dazwischen, ja da liegt die Strecke, die nicht sehr lang und auch nicht mit üppigen Höhenmetern ausgestattet ist, aber die es in sich hat. Und wie ist meine Form nach dem Winter? Der Stampfl ist da ein Gratmesser für die einen, oder das ultimative Ziel der anderen, ihn jedes Jahr „zu packen“. Wir kennen die Strecke aus Läufersicht, wandern heute aber wieder zwecks Berichterstattung hinauf und kommen am „Stimmungsnest“ der Zuschauer auf 2/3 der Distanz an einer Kaffeebar vorbei. Sie ist heuer neu und gleich voll besetzt. Das war wieder ein Volltreffer, meinen wir. Und immer wieder treffen wir auf viele Radler, die aus der näheren Umgebung oder wie Manfred Jäger bis von Bad Endorf her kommen. Die Frühlingsgefühle haben den einen oder anderen Sportler sogar dazu animiert, mit dem Radl zum Start zu kommen, hinauf zu laufen und wieder heim zu radeln.

Hans Huber informiert die Läuferinnen und Läufer schon vor dem Start und Gert Hänsel hat sein Moderatorencamp im Ziel aufgeschlagen. Beide haben dann im Verlauf einiges an „Erlebnisarbeit“ zu verrichten – wie immer toll für die Zuschauer, mit den beiden vor und hinter die Kulissen zu blicken. Den vielen Zuschauer entlang der Strecke wurde aber auch einiges geboten – von Klein bis Groß, von Schnell bis Langsam!

Und schon kommen sie, erstmal die Schnellsten, die bergauf so schnell laufen wie ich einst auf flacher Strecke. Das rote Trikot vom Aicher Holzhaus Team aus Bad Endorf gehört Robert Wimmer. Seine Eltern stehen ein Stück weit vor dem Ziel und gaben ihrem so erfolgreichen Läufer und Triathleten den letzten Push. Er war bereits dreimal Sieger und im letzten Jahr im Deutschen Nationaltrikot der Berglauf-WM in Andorra dabei. Nach längerer Verletzungspause ist er jetzt wieder da, gewann in 15:28 Minuten und verhalf dem Zweiten Josef Diensthuber (15:52) zu einer Zeit unter 16 Minuten. „Damit bin ich voll zufrieden“ resümierte Diensthuber, der sich 2017 und 2018 in die Siegerliste eintragen konnte. Immer stärker wird Michael Eder (PTSV Rosenheim). Auch er finishte in 15:58 Minuten noch unter 16 Minuten.

Amelie Gugglberger (PTSV Rosenheim) wiederholte in 18:31 Minuten ihren Sieg von 2017. So sehr sich die Vorjahressiegerin Kerstin Esterlechner (Lauffeuer Chiemgau) in 18:55 Minuten auch anstrengte, sie kam an Gugglberger nicht heran. Auch nach hinten mußte sie aufpassen, denn Ramona Niederreuther (PTSV Rosenheim) lief in 19:14 Minuten als Dritte ebenfalls ein starkes Rennen.

Die Vereinswertung dominierte der PTSV Rosenheim, der nicht nur im Team, sondern mit einer Reihe von AK-Siegen (Jakob Schmidt, Amelie Hofbauer, Amelie Gugglberger, Michael Eder, Ursula Kleibel, Anton Gröschl, Karin Rothenberger und Jürgen Garrandt) glänzte. In der M30 gab es durch Michel Eder, Marco Kunst und Florian Spötzl sogar einen Dreifacherfolg.

Aufgefallen sind auch sehr starke Leistungen von Magdalena Mayerhofer (1. Schülerinnen II, TSV Mühldorf) in 20:00 Minuten, von Jakob Schmidt (1. Schüler II, PTSV Rosenheim) in 18:47 Minuten oder von Viktor Daudrich (1. M65, SVG Ruhstorf) in 21:38 Minuten. Und dass Georg Preuß (1. M55, SC Haag) mit 19:55 Minuten immer noch unter der 20-Minuten Schallmauer bleiben kann, ist ohnehin ein Phänomen. Preuß gewann von 1985 bis 1989 die ersten fünf Stampf Bergläufe in Folge!

„Gesichtet“ wurden auch „Mutter und Tochter Gespanne“ (z.B. Elli Mai mit Tochter Bettina Neumann), sowie die „Glücksläufer“ der Familie Glück aus Haag. Stark vertreten unter den Familien waren auch die Wollboldt`s mit drei zweiten Plätzen. In Original Schäfflermontur bezwangen Sepp Herzog und Stefan Deuschl den Stampfl. Eine super Idee, die es nur alle sieben Jahre geben kann. „Und wenn ich schon so lange für die Vielzahl der Schäfflertänze in diesem Jahr trainiert habe, möchte ich die Form auch gerne den Stampfl hinauftragen“, meinte Sepp Herzog. Und wenn dann noch ein Teilnehmer des Stampfl Berglaufes Markus Stampfl heißt, ist das an Besonderheiten während einer halben Stunde Rennzeit von Start bis Ziel kaum mehr zu überbieten. Doch: denn das Läuferbuffet im Ziel ließ wieder einmal keine Wünsche offen.