Nach der Absage: die große Lust auf den Stuiben Trailrun und den Gletscher Trailrun im Ötztal 2021

Bayerische Laufzeitung, 2. April 2020

Von Erwin Fladerer und Rosi Ober

Nach der Absage:
Die große Lust auf den Stuiben Trailrun und den Gletscher Trailrun im Ötztal 2021 – die Termine stehen schon.

Wir waren im Vorjahr dabei und haben auch nach 40 Jahren Laufsport einiges erlebt, was unsere Herzen höher schlagen ließ.

Im Ötztal findest Du das Trail-Eldorado – Heute der Stuibentrail, dann folgt der Gletschertrail

40 Jahre ist das Laufen auch ein guter Teil unseres Lebens. Doch jetzt erst entdecken wir langsam das Geheimnis, warum der Trailrun immer beliebter wird. Gut, er ist noch jung. Er drängt jedoch immer mehr Läufe der herkömmlichen Art in den Hintergrund. Hätte es ihn früher gegeben, wären wir auch begeisterte Trailrunner geworden. So stehen wir staunend an der Strecke, um die Spezies der Landschaft anzufeuern, sie im Bild festzuhalten und ihre Eindrücke und Leistungen niederzuschreiben. Kleinere Trailruns trauen wir uns noch zu, vor allem dann, wenn sie einer breiten Teilnehmergunst offen stehen. Damit können wir ein wenig erahnen, was alle Teilnehmer und vor allem die Besten im Stande sind, hier zu leisten.

Warum vor allem die ganze Tourismusbranche diese aktive Lebensart mit hochkarätigen Veranstaltungen für sich entdeckt hat, ist nur ein Teil des Erfolges. Vielleicht aber der entscheidende. Denn wo sonst sind die Gegebenheiten für Trailrunning besser als dort, wo es immer schon auf und ab ging. Das Ötztal bietet dazu ideale Voraussetzungen und Schwierigkeitsgrade für Trailbeginner und Profis. Und stellt dazu zwei Veranstaltungen in den Mittelpunkt – den Stuiben Trailrun und den Gletscher Trailrun. Atemberaubendes Gipfelpanorama noch bis weit nach unten mit Schnee bedeckt waren die einen Gingucker. Der Stuiben Wasserfall mit seinen 159 Metern freiem Fall der andere. Die Ötztal Trailrunner hätten sich keinen besseren Streckenverlauf aussuchen können, um direkt neben dem Wasserfall Step by Step da hinaufzukommen.

Der Trail am Wasserfall
Sowohl der Stuiben Sprint über 4 Kilometer, als auch die Trails über 12, 24 und 42 Kilometer durften nach sanftem Beginn über den traumhaften Wasserwaalweg diese spektakuläre Passage belaufen. 728 Natur- und Stahlstufen, zuerst über die markante Hängebrücke und anschließend über eine gut und gleichmäßig zu laufende Wendeltreppe bleiben einschneidend in den Köpfen der Trailrunner. Um hier bestimmt wieder zu kommen? Denn viele gönnten sich diese Passage gleich zweimal – beim Stuiben Sprint (Sieger: Manuel Innerhofer in 21:44 Minuten und Sylke Schmitz in 29:30 Minuten) und am Tag darauf über wahlweise 12, 24 oder 42 Kilometer.

Griaß enk im Ötztal
Womit wir bei einem weiteren Geheimnis des Trailrun`s sind. Denn in der Ruhe des Ötztales und seiner Berglandschaft liegt die Kraft, die immer auch mit tosenden Wassern verbunden ist. Die Ruhe, vor allem aber die Freundlichkeit der Bewohner fiel uns auf. Der Gruß „Grieß enk“, ob im Dorf oder auf den Wegen kam uns immer wieder entgegen. Da kommst Du gern her! Die Stimmlage blieb freundlich, informativ und etwas lauter bei Start und Ziel. Veranstaltungsstimmung, als die Trailrunner los geschickt wurden und dann, als sie nach ihrer gewählten Strecke nach 12 Kilometer und 700 Höhenmetern, nach 24 Kilometern und 1700 Höhenmetern und nach 42 Kilometern und 3000 Höhenmetern hier wieder zurückkehrten.

Was war das denn? Susi Lell mit Kräfteüberschuss nach 42 Kilometern?
Und wir sahen natürlich die einheimischen Asse, die sich in einem internationalen Feld und mit sehr guter Beteiligung aus Deutschland auch um die Siege duellierten. Wir fragten uns, dass trotz ausgelobter Preisgelder auf allen Strecken nur Österreicher und Deutsche gewannen? Wir sahen nicht einen dunkelhäutigen Star der Laufszene! Als bayerische Berichterstatter freuten wir uns um so mehr über den Marathonsieg von Susi Lell. Die inzwischen zur Trailqueen aufgestiegene Oberbayerin mit jetzigem Wohnsitz im Oberallgäu legte diese Distanz in nur viereinhalb Stunden zurück und demonstrierte mit einem Zielsprung der Extraklasse ihre Frische auch nach 42 Kilometern und 3000 Höhenmetern. Große Klasse bewies auch Marcus Burger, der in starken 3:44:23 Stunden bei den Männern gewann.