Landschaft-Sport-Erlebnis: Warum das Salzkammergut und der Wolfgangsee besonders bei Bayern und Deutschen so beliebt ist

Zieleinlauf weißblau

Von Erwin Fladerer und Rosi Ober
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Es ist Ende Oktober. Das Jahr im Salzkammergut, speziell am Wolfgangsee ist für Besucher noch lange nicht zu Ende. Bevor der stimmungsvolle Advent den Winter in den Bergen und an den Seen einläutet, findet hier noch das herbstliche Gipfelerlebnis im Sport statt: der Internationale Wolfgangseelauf ! Und genau der hat sich nicht nur wegen des regelmäßig schönen Wetters zum schönsten Erlebnis- und Landschaftslauf Österreich`s gemausert. Das fiel den Organisatoren der Laufgemeinschaft St. Wolfgang nicht in die Hände. Seit Franz Zimmermann diesen Lauf erstmals im Jahr 1972 mit 13 Teilnehmern ins Leben rief und selbst noch gewann, erlebt er durch hellwaches Bemühen um die Gunst der Läuferinnen und Läufer Jahr für Jahr einen Aufschwung. Zum 40-jährigen Jubiläum 2011 „sammelte“ Zimmermann 3505 Meldungen für den inzwischen legendären Klassiker am Wolfgangsee. Und übergibt anschließend die Führung an Franz Sperrer. Der wiederum lässt ebenso wenig locker, um die Veranstaltung zu verbessern. Was heißt hier verbessern? Die ständig wachsende Teilnehmerschar hat längst die Qualität erkannt und bestätigt sie Anno 2018 mit einem neuen Melderekord von über 6000 Läuferinnen und Läufer, die zum Salzkammergut Marathon, zum 27-km-Klassiker um den Wolfgangsee, zum 10-km-Uferlauf und zum 5,2-km-Panoramalauf hierher kommen wollen. Ein Programm, eine Organisation, eine Landschaft, ein Erlebnis vom Feinsten! Besonders bayerische und deutsche Athleten freuen sich Jahr für Jahr auf ihr persönliches Highlight.

Orgachef Franz Sperrer und Gudrun Peter, die Wirtin vom Weißen Rössl

Sie kommen für einen Tag, sehr viele aber auch für ein Wochenende, eine ganze Woche. Es ist ein Herbstausflug, ein Herbsturlaub. Auch am Sonntag haben hier in St. Wolfgang alle Läden geöffnet. Das Geschäft brummt, die Zimmer sind nahezu ausgebucht. Auch im weltberühmten „Weißen Rössl“, das immer einen Blickfang wert ist, vom Ort und vom Wasser aus. Franz Sperrer und Kurdirektor Hans Wieser legen mit dem inzwischen 47. Int. Wolfgangseelauf noch einiges drauf, und die Chefin des Weißen Rössl gehört dem Komitee der Siegerehrung an, übergibt traditionell das „Weiße Rössl“ aus Porzellan an die Sieger. Ein großer Humpen Stiegl-Bier gehört ebenfalls dazu, der Bürgermeister Franz Eisl ist natürlich auch da.

Die Laufgemeinschaft und die Tourismusverbände

von St. Wolfgang, Strobl, St. Gilgen und Bad Ischl haben sich längst zusammengetan. Nur so ist diese Veranstaltung zum Wohle der vielen Teilnehmer und Zuschauer auch zu stemmen. Gemeinsinn ist gefragt, auch spürbar. Es gibt nur wenige der 6000 Läuferinnen und Läufer und bestimmt noch einmal so vielen Besucher und Zuschauer, die sich über etwas zu beklagen hätten. Die Organisation ist ausgetüftelt, es wird jedem und eine ganze Menge geboten. Doch perfekt ist sie noch lange nicht, sagt Franz Sperrer.

Wir selbst haben es auf den letzten beiden Kilometern des 5,2-km-Panoramalaufes von Strobl über die Bürglsteinpromenade erlebt, dass wir den Eliteläufern des 10-km-Uferlaufes von Gschwendt im Wege standen. So schön und vermutlich auch praktisch eine gemeinsame Startzeit in Strobl (Panoramalauf), Gschwendt (Uferlauf) und St. Wolfgang (Klassiker) auch ist, das weckt ein wenig Ärger bei etwa 500 Panoramaläufern und den ersten 100 Uferläufern. Freien Lauf hingegen haben die Marathonis, die von Bad Ischl kommen ebenso noch auf die Genussrunde um den ganzen Wolfgangsee laufen dürfen oder müssen.

Tourismus und Sport

heisst die Zauberformel. Wenn man dazu auch das Umfeld, sprich die Landschaft hat. Berge und Seen sind zwei Garanten, weitere Sehenswürdigkeiten und entsprechende Veranstaltungen ergänzen eine ganzjährige Lukrativität rund um den Wolfgangsee. Die Läuferinnen und Läufer bekommen einen schönen Teil davon ab, inklusive Schiffstransfer, Kleidertransport, Kinderbetreuung und…und. Vieles davon ist schon selbstverständlich geworden. Bleibt der Blick auf das sportliche, das für jeden etwas zu bieten hat.

Mythos und Leidenschaft

Nach 47 Jahren steht diese Aussage wie ein Fels über dem Wolfgangseelauf. Hat Suchtpotential, jedes Jahr auf`s Neue hierher zu kommen. Den Klassiker zu bezwingen oder alle angebotenen Strecken zu laufen und die Medaillen zu sammeln. Ob als Hobbyläufer den schönsten Kurs des 5,2-km-Panoramalaufes von Strobl oder einmal die 10 Kilometer des Uferlaufes von Gschwendt erleben. Das Ziel aller Bewerbe ist in St. Wolfgang vor dem Rathaus. Der Klassiker rund um den See über knackige 27 Kilometer beginnt und endet hier. Den ersten Böllerschuss vernehmen Zuschauer und Mitläufer dann, wenn der erste Läufer den 750 Meter hohen Falkensteinsattel erreicht hat. Schließlich bildet der Salzkammergut Marathon  den wohl gelungensten Abschluss des Laufangebots am Wolfgangsee. Bayerische und deutsche Teilnehmer ließen nichts aus, sowohl im Erlebniswert als auch auf dem Siegerpodest

Marco Bscheidl (2. Platz Gesamt Marathon, LG Passau)

Thea Heim (3. Platz Gesamt 27 km, LG Telis Finanz Regensburg)

Die besten bayerischen und deutschen Teilnehmer 2018

Franz Sperrer entschuldigte sich nach vornehm österreichischer Manier dafür, dass sich Österreicher und Kenianer die Gesamtsieger teilten. „Waren wir schlechte Gastgeber für die Deutschen“, meinte er. Freute sich aber ebenso riesig über Topleistungen und Platzierungen für Schwarz-Rot-Gold und Weiß-Blau, allesamt gern gesehene  Teilnehmer. Den Marathonsieg hätte er schon gerne gehabt. Marco Bscheidl (LG Passau) mußte mit lädierter Hüfte bereits ab Km 25 kämpfen und lief humpelnd, aber als Zweiter in 2:51:13 Std. ein. Dafür gab es Altersklassensiege durch Anne Staves (LG Trampeltier) in der W50 und durch Bernhard Zimmermann (Radteam Steißlingen). Bemerkenswert die Zweite der W50: Schwester Renate Drexler von den Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser. Vermutlich hat sie ihren sportlichen Ausflug auch mit einer Wallfahrt zum Hl. Wolfgang hierher verbunden?

Es ist die schwere, aber ebenso leidenschaftliche Runde um den See. Alleine bist Du trotzdem nicht. Schon gar nicht Thea Heim (LG Telis Finanz Regensburg), die es sich leisten kann, einen ebenso schnellen und noch aktiven Trainer an der Seite zu haben. Zusammen mit Norman Feiler (2.M45, LG Telis Finanz Regensburg) war Thea nach zwei Kenianerinnen dann doch eine Siegerin? In 1:52:35 Std. gelang ihr eine hervorragend schnelle Umrundung des See`s und damit ein begehrtes Platzerl auf dem „großen“ Siegerpodest der Gesamtsieger. Schneller war lediglich Swen Lorenz (SG Neukirchen Erzgebirge), der in 1:47:57 Std. Erster der M45 wurde. Doch schon bald nach den beiden lief Regina Högl (LG Region Landshut) als 3. W20 in 1:54:15 Std. ein. Unter zwei Stunden ist eine erstrebenswerte Marke für gute Läufer/innen. Sie erreichten auch Bernd Nedderhoff (Lübbecker Berglöwen) als 1. M55 in 1:57 Std. und Susanne Hafner als 1. W30 in 1:58 Std. Hubert Schmieder (Lauterbach) gewann die M65 – Glückwunsch!

Regina Högl (LG Region Landshut)

Die christlich-sportliche Wallfahrt zieht jedes Jahr viele Besucher nach St. Wolfgang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit nahezu 2000 Startern greift der 10-km-Uferlauf den 27-km-Klassiker an und gehört damit zu den beliebtesten. Für Helmut Schulzki (LG Freising) als 1. M60 und für Sabine Jahn (Skinfit/Errdinger Alkoholfrei) als 1. W50 wurde die favorisierte Strecke zum Erfolgserlebnis. Ebenso wie für viele bayerische und deutsche Erlebnisläufer/innen, die vermutlich gerne wieder am 20. Oktober 2019 zum schönsten Erlebnis- und Landschaftslauf in das Salzkammergut und an den Wolfgangsee kommen werden.