Internationale Siege beim Königsschlösser Romantik Marathon

Von Erwin Fladerer und Rosi Ober
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Das Allgäu steht für Heimatrauschen, Natur und besonders schöne Landschaften. Das wissen weltweit die Touristen und sie kommen aus allen Erdteilen hierher, vor allem rund um die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Das Füssener Laufwochenende gegen Ende Juli ist eine gelungene Mischung aus Sehenswürdigkeiten und Natur erster Güte, verbunden mit dem Sport – heuer bereits zum 18. Mal. Auslöser dieser sportlich interessanten Szenerie war und ist Herbert Hiemer, Chef des Sport Studio`s und Allgäuer durch und durch. Er hat die Ruhe weg, wenn sich Brasilianer, Amerikaner und Japaner für seinen Königsschlösser Romantik Marathon interessieren und die Wettervorhersage für das Veranstaltungswochenende mal ausgerechnet Blitz und Donner beschert. Gott sei Dank blieb es diesmal bei bedecktem Himmel und ein paar Spritzer von oben – dort wo sonst immer die Sonne scheint!

Die Kinder machen den Anfang des sportlichen Treibens in der guten Stube von Füssen. Sie kommen aus der Gegend, überwiegend auch die beim anschließenden 10-Kilometerlauf. Der zeigt schon über drei Runden eine ganze Menge dieser liebenswürdigen Stadt am Lech, aber längst nicht alles, was die traumhafte Gegend drumherum sonst noch bietet. Den Sieg bei den Männern entführt in 33:39 Minuten ein Gast aus dem württembergischen Rechberghausen vor den einheimischen Michael Laur und Steffen Wittmann. Bei den Frauen gewinnt auf der vom Veranstalter als flach bezeichneten Strecke (für Flachländer ganz schön wellig – mit der Betonung auf schön)  Andrea Weber vom SV Reutte/A  in 38:50 Minuten vor Eva-Marie Spielvogel und Katharina Franke. Interessant fand ich den Zieleinlauf von Dieter Joos (1.M60), Günter Arndt (1.M70) und Georg Groß (1.M80) in 51er Zeiten, wobei die von Georg Groß schon sehr beeindruckt. Ganz Füssen scheint auf den Beinen zu sein, dazu die vielen Besucher in der Stadt, die beim Durchlauf im Zentrum für allerhand Anfeuerung sorgen.Dazu die Halbmarathonläufer, die sich jetzt warm machen für ihren bevorstehenden Start.

Start zum Halbmarathon

Der neue Zweirundenkurs ist angekommen, er vermittelt schon in großem Maße, was die Marathonis am nächsten Tag bewegt, hierher zum Königsschlösser Romantik Marathon zu kommen. 21 Kilometer durch die belebte Altstadt, die Stille der Natur mit Blicken auf die Schlösser, am  karibikfarbenen Lech entlang in die Jubelmeile des Start/Zielbereiches hinein. Die Zeichen stehen auf Sturm, denn kurz vor dem Start ist es genau in Laufrichtung kohlraben Schwarz. Der Moderator treibt es auf die Spitze und prophezeit:  „ihr lauft in das Auge des Hurrikans“. Doch sie sind schnell genug und das Wetter hat ein Einsehen mit den Läuferinnen und Läufern, um lediglich ein paar Wassertropfen ab zu bekommen. Bereits hier gibt es den ersten internationalen Sieg durch Christophe Thil (LU) in 1:18:27 Stunden vor Philip Scholz und dem M-50-Starter (!) Marc Schmidt. Laura Opt-Eynde siegt bei den Frauen in 1:26:15 Stunden vor Martina Dammheimer und Martina Ottes. Am Abend dieses ersten Lauftages hat vor allem auch Martin Harbauer zu tun. Der Moderator glänzt mit Ruhe und Weitblick, wenn es sein muß mit erhobener Stimme, wenn es wirklich heiß hergeht. Und endet bei ihm stets bei der Siegerehrung, die er wie kaum ein Zweiter hoch interessant bis zum Finale durchzieht.

Der Marathon-Sonntag schenkt den fast 600 Startern zwar keine Sonne, die in diesem Sommer seit April fast unentwegt scheint, sondern Läufer gerechtes Wetter bei 16 Grad, windstill und fast trocken. Schon deshalb wird der Königsschlösser Romantik Marathon bereits auf den ersten Kilometern rund um den Hopfensee, durch die Lechauen und entlang des Forggensees zum Genuss. Erst recht, als die Königsschlösser sichtbar werden und die Strecke genau am Fuße dieser entlang führt. Überhaupt: kaum eine der sonst belebten Straßen wird belaufen, dennoch 40 Prozent schneller Asphalt auf Radwegen und 60 Prozent über gut ausgebaute Forstwege. Noch einmal gibt es eine Seeumrundung, die ich so liebe. Wasser hat etwas Beruhigendes, lässt auch bei Kilometer 38 am Schwanensee die Beine noch anständig laufen, ehe es über die Lechbrücke mit Blick auf die Stadt Füssen ins Ziel geht. 

Marathonsieger 2018: Wouter Decock

Dieser Marathon findet in einer der schönsten Gegenden Bayerns und kann deshalb zu einem einzigartigen Lauferlebnis werden.Während die einheimischen Läufer ihre schöne Gegend tagtäglich vor Augen haben, ist hier der Anteil aus ganz Deutschland, ja aus der ganzen Welt sehr hoch. Schon deshalb waren internationale Siege keine Überraschung. Bei den Männern gewann Wouter Decock aus Belgien in 2:41:58 Stunden vor dem Österreicher Alexander Weiß (2:42:48) und Thomas Kotissek (2:44:30). Bereits als Gesamtsiebte lief die Siegerin Katherine Wood aus Großbrittanien in 2:49:50 Stunden ein. Zweite wurde Maria Magdalena Veliscu (Rumänien, 3:05:41), Dritte Doris Marquardt (Deutschland, 3:10:47). Ausgezeichnete Seniorenleistungen sind heutzutage keine Seltenheit mehr, z.B. die von Uli Scharrenberg aus Düsseldorf, dem Sieger der M70 in 3:37:30 Std. 

Auf der Strecke entdecke ich unter den Marathonis einige mir bekannte Gesichter. Nicht weil ich sie persönlich kenne (wie z.B. Günther Weitzer, den Chef der DUV, der bereits alle 18 Königsschlösser Marathonläufe mitgemacht hat!), sondern weil sie bereits am Vortag den 10-Kilometerlauf und/oder den Halbmarathon bereits gelaufen sind. Der Zeitplan macht es möglich, alle drei Strecken zu laufen. Das Laufwochenende muß sich ja lohnen, gerade hier! Es zeigt aber auch, dass es viele unter ihnen gibt, die nicht zum ersten Mal hier waren. Sie schätzen diese Veranstaltung und genau in diesem Atemzug die außerordentlich schönen Laufstrecken. Sagt zum Beispiel auch Björn Grass, ein Weltenbummler in Sachen Laufen. Er machte den Königsschlösser Romantik Marathon zusammen mit seiner Frau Christine zum Genuss Marathon! Also denn – das Füssener Laufwochenende wird es auch 2019 geben. Bitte unbedingt vormerken!