Ins Staunen versetzt – Premiere des Haager Freyungslaufes

Von Erwin Fladerer und Rosi Ober

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Haag/Obb. – Bei der Premiere des Haager Freyungslaufes kamen die Teilnehmer aus dem Staunen nicht mehr heraus. Jetzt gehe ich -im vierten Laufjahrzehnt angekommen in Richtung tausend erlebte Wettkämpfe-, auf die Freyungswiese, doch  was sich hier in Haag vor mir auftat, war schon etwas Besonderes. Obwohl ich das Gelände von einem Spaziergang in Haag kannte.

Staunen über die geschichtliche Wiesn

Unterhalb der Burg Haag befindet sich die „Freyung“, ein großes lang gezogenes Freigelände. Im Mittelalter war dieses Gelände eingezäunt und für Freyungs-Suchende (Asylsuchende) als Zufluchtsort vorgesehen. Die Geschichte kehrt also in die Gegenwart zurück.

Cheforganisator Karl Köstler mit den Siegern des 1. Haager Freyungslaufes Florian Spötzl und Kerstin Esterlechner

Durch die Steine von Wella – das markante Ziel, aiuch für das Haager Laufurgestein Herbert Gottwald

Das weitläufige Wiesengelände ist eine Augenweide zum Spazierengehen und für den heutigen Wettkampf ein idealer Schauplatz, und das wörtlich gemeint. Denn der von Karl Köstler ausgetüftelte und einen Kilometer lange Kurs rund um die „Freyung“ war nahezu von jedem Standort einzusehen.

Staunen über die Schwierigkeit des Parcours
Die Schwierigkeit des Parcours erkannte der Teilnehmer jedoch erst auf den zweiten Blick. Entweder beim Einlaufen oder dann im Wettkampf, denn das unscheinbare Wiesengelände war wesentlich hügeliger als angenommen. Oder hatte Karl Köstler als Kenner der „Freyung“ jede Erhebung ausgesucht, um dadurch zu einem wirklich schwierigen Kurs zu gelangen? Und wieder erklärt sich der zweite Blick auf den gastgebenden Verein: der SC Haag hat schließlich Berglauftradition!

Einmal von den Kindern, dreimal von den Jugendlichen und Hobbyläufern und sechsmal im Hauptlauf durfte die Runde belaufen werden. Da staunte die Läuferin/der Läufer nicht schlecht, als er nach einer Abwärtspassage unversehens vor einer grünen Wand stand. Will heißen, der Kurs hatte es in sich und verlangte allen ganz schön was ab. In den Schüler- und Jugendläufen gewannen mit Sofia Stöckl, Vitus Glück, Eva Rappolder, Zeno Rumpfinger, Sara Wollboldt und Quirin Glück ausnahmslos „Lokalmatadore“ des SC Haag und des SV-DJK Oberndorf. Den Hauptlauf über 6 Kilometer und knapp zweihundert Höhenmetern gewannen Kerstin Esterlechner (Lauffeuer Chiemgau) und Florian Spötzl (PTSV Rosenheim) aus dem Chiemgau. 

Staunen über ein hartes Ziel – die Steine von Wella
Sie waren auch die Ersten, die das ganz besondere Ziel durchlaufen durften. Die „Steine von Wella“ – zwei aufrechte Findlinge und ein Findling als Querstein – zwischen dem Friedhof und die Freyung in Haag sind kein Megalith oder Heiligtum aus prähistorischen Zeiten sondern wurden in 1996 errichtet. Wella liegt in der Altmoräne von Kirchdorf, nördlich von Haag. Und diese außergewöhnlichen Steine wählte Köstler als außergewöhnliches Zieltor, irgendwie grandios.

Auch die Frau Bürgermeisterin war da und eröffnete die Premiere mit diesen Grußworten: „Die Umrundung der historischen Grünfläche im Zentrum von Haag i. OB (Freiham oder auch Freyung genannt) ist eine Herausforderung für Läufer, denn es sieht harmloser aus als es ist. Nicht umsonst befinden sich in dieser Fläche zwei schöne lange Schlittenberge. Nach dem Schlossturmlauf 2016 verwirklicht der SC Haag nun wieder eine wunderbare Idee für ein sportliches Ereignis mitten in Haag. Ich wünsche allen Läufern einen schönen spätherbstlichen Tag und viel Erfolg unter dem Haager Schlossturm!“
Sissi Schätz
1. Bürgermeisterin

Während die wenigsten mit einem derart anstrengenden Kurs gerechnet haben, war die Freude nach dem Rennen umso größer – nach dem Motto vieler Laufjahre: je härter desto zufriedener gehst du nach Hause. Karl Köstler, der für seine neuen Ideen bekannt ist, hat dennoch in Aussicht gestellt: das sollte 2019 wiederholt werden. Dazu rieten ihm jede Menge Teilnehmer bei dieser Premiere.