In Kirchdorf am Inn bis nach Uganda gelaufen – Großartige Stimmung bei Kindern und Erwachsenen

Bayerische Laufzeitung, 4. Juli 2019

Von Erwin Fladerer

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Lauf für uns

Einfacher kann man einen Lauf nicht auf einen Nenner bringen. Und das passiert seit mittlerweile acht Jahren in Kirchdorf am Inn, wenn Doris Rittel, Marianne Reichhardt-Plank und Kurt Lehner zusammen mit Peter Heinrich Grumann am Ende des Schuljahres zu einem Benefizlauf einladen. Weil sie vor allem die Kinder dazu animieren wollen, für ihr Projekt zu laufen. Denn es geht um Kinder, um Kinder im Kinderheim St. Clare in Uganda. Und das ist nicht nur ein Projekt, sondern mittlerweile viele Projekte, die sich durch die Unterstützung der LW Ugandahilfe Bayern und Tirol e.V. zum Teil schon selbst tragen. Betreut werden im Heim St. Clare in Aber, einem Ort im Nordosten Ugandas verwaiste und verarmte Kinder.

Ich höre genau zu, wenn sich hier an diesem Tag im Jahr zwischen 9 und 19 Uhr rund um den Kirchdorfer Waldsee so viele Menschen wie an keinem anderen Tag bewegen. Vormittags sind es überwiegend Kinder von Schulen aus den Landkreisen Altötting, Rottal-Inn und Passau, aber auch aus dem nahen Oberösterreich rund um Braunau und darüber hinaus. Manche laufen, andere gehen spazieren und ratschen einfach. Wieder andere hören Musik via Handy, noch lauter mit dem dazugehörigen Multimedia Lautsprecher. Und hören nicht die Stimmen der Vögel, nicht die ihrer Klassenkameraden. Oder doch, weil multitasking?

 „Wieviel Geld da zusammenkommen mag, fragt ein zehnjähriger Schüler seinen Klassenfreund“? Jede/r hat Dank Mama und Papa, Oma und Opa seinen persönlichen Sponsor mitgebracht. Für jede Runde um den heute mückenfreien Waldsee zwei Euro, oder gar fünf? Manche versuchen ein Stück zu laufen. Nach jeder Runde gibt es einen Stempel auf der Teilnehmerkarte. Er ist zwei Kilometer „wert“. Und schon tut sich ein Wettkampf auf, wer denn wohl die meisten Stempel, damit Kilometer und Sponsorengeld zusammenbringt.  Moderator Kurt Lehner weiß von den kleinen und großen Erfolgen der kleinen und großen Beteiligten, von Schülern und Lehrern. Er kündigt jede Klasse, jede Gruppe an, zwölf Stunden lang.

Heute denkt man bei derartigen Veranstaltungen oft gleich an die CO-2-Bilanz. Und die finde ich, ganz abgesehen vom erzieherischen und sportlichen Wert dieser besonderen Sportstunde, hervorragend. Denn die meisten Kinder kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Und wenn von weiter her, dann stehen Busse bereit. Eigentlich ganz anders als bei den Erwachsenen.

Denn nach den Kindern finden sich auch Erwachsene ein, die hierher kommen. Warum wohl? Da gibt es mehrere Beweggründe. Den Ort selbst zu erleben, eine kurzweilige Runde in der Natur am Wasser, durch den Wald. Einen langen Lauf absolvieren, überschaubar, mit ständigen Kontakten und regelmäßiger Verpflegungszufuhr. Ein abwechslungsreicher Trainingsplatz und nicht zuletzt laufen oder zu walken um zu helfen. Das hat sich zum wiederholten Male Sandra Klozik aus Mühldorf am Inn vorgenommen bei ihren 50 Kilometern rund um den Kirchdorfer Waldsee. Bestimmt auch im nächsten Jahr wieder, am 1. Juli 2020 auch mit Dir?