Ein Herbst-Traum: Der 1. König Ludwig Trail von Ettal nach Oberammergau

Imposanter Start in der Klosteranlage Ettal

Von Erwin Fladerer und Rosi Ober
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Ettal-Oberammergau, 07. Oktober 2018 – Ein Herbst-Traum ist wahr geworden. Nicht nur für alle König Ludwig Fans, sondern auch für die immer größer werdende Schar von Trailrunner, Landschaftsläufer und Genussläuferinnen kam dieser König Ludwig Trail gerade recht. Und er ist eine wunderbare Ergänzung zum König Ludwig Skilanglauf, der am 2./3. Februar 2019 hier über die Bühne geht. Hier in der wunderbaren Landschaft zwischen Ettal, Oberammergau und dem Schloss Linderhof. Wir sahen passionierte Skilangläufer, die diese Gegend bereits kennen und diesen herbstlichen Trail kennenlernen wollten. Wir sahen 300 motivierte Kinder auf einem Parcour im Sportzentrum, dazu schnelle Athleten und noch viel mehr passionierte Läuferinnen und Läufer unter den 500 Trailrunnern, die sich gerade über diese gewählte Strecke von 9 Kilometern wohl fühlten und dabei sein konnten. Hoffentlich auch 2019 wieder?

Könnte es einen schöneren Startplatz als in der barocken Klosteranlage von Ettal geben? Wie die Organisatoren das wohl geschafft haben? Bekannt sind von Veranstaltern landauf und ab die bürokratischen Probleme von Streckenführung und Absicherung. Erst kürzlich hat uns der Organisator des Simsseelaufes sein Leid geklagt. Er wisse nicht, ob es nach elf Jahren der einwandfreien und gefahrlosen Durchführung eine Fortsetzung 2019 geben würde. Das Landratsamt würde ihm eine professionelle Streckenabsicherung durch ein Unternehmen zur Auflage machen. Kostenpunkt 15.000 Euro, weitere Durchführung des Laufes der überwiegend über Feld-, Rad- und Spazierwegen führt ist ungewiss bis unmöglich. Für den 20. Oktober 2018 klappt es nochmal. Hier im Naturpark Ammergauer Alpen und vor der Olympiastadt Garmisch-Partenkirchen haben Traditionen auch noch einen Wert, und das Vertrauern in bewährte Organisatoren. Den König Ludwig Lauf im Winter gibt es bereits seit 50 Jahren!

Es ist nur gut für uns Läuferinnen und Läufer, dass der Veranstalter in Oberammergau das alles geschafft hat. Fehlte im schönsten Startareal der Welt nur noch der Startschuss durch einen Benediktiner Mönch von Ettal! Um uns, begleitet von großem Applaus der sonstigen Ettalbesucher (Landesausstellung Mythos Bayern noch bis zum 4. November 2018), auf die Reise durch einen landschaftlichen Traum zu schicken. Der leicht abwärts über eine grüne Wiese auf die Wanderwege durch das idyllische Graswangtal führte. Die anfänglich breite Strecke entzerrte das große Teilnehmerfeld und es gab auch anschließend  kein Gedränge.  Links der Mühlbach im Ettaler Weidmoos, vor uns der Blick auf den Kofel, den Oberammergauer Hausberg. Alles noch flache und einfache Strecke, der Biergarten nebenan gut besucht, Kletterer am Kofel direkt an der Laufstrecke grüßen uns. Jetzt kommt der Grottenweg, der uns zum höchsten Punkt bringt, zur monumentalen Kreuzigungsgruppe. Das erinnert uns spätestens hier an die weltberühmten Passionsspiele von Oberammergau, die vom 16. Mai bis 4. Oktober 2020 hier stattfinden. Von dort geht es talab wieder zur Ammer und ins Ziel. 

Dort am schnellsten sind Indulis Bikse in 32:15 Minuten als Sieger bei den Männern und Vevi Glatz in 39:27 Minuten für gute 9 Kilometer und 240 Höhenmeter als Siegerin bei den Frauen. 47 Walkerinnen und Walker hatten bei einem eigenen Start helle Freude am Trail. Und erst die Kinder, für die man im Sportzentrum einen wirklich interessanten Parcour aufgebaut hatte. Es waren Rennen für die Einheimischen. Die Siegerinnen und Sieger kamen von den Skiclubs aus Oberammergau (Lasse Brunner, Julian Schwarz), Garmisch (Magdalena Porstmann), Partenkirchen ( Paulina Weigelt, Sturmi Förster, Melanie Wörnle und Kathrin Wörnle) und Peiting (Paulus Heiland). Benedikt Balser aus München und Vanessa Vogt (TSV Rottenbuch) mischten sich da noch als Schnellste bei den zehnjährigen Schülern ein.

Und die Veranstalter wissen wieder eines: die Läuferin/der Läufer legen mehr Wert auf ein Finishergeschenk in der Form, das es hier gab als auf eine Medaille, die aus China kommt. Die regionalen Spezialitäten eines Benediktiner Weißbieres alkoholfrei (Sixpack) und ein Ettaler Klosterkäse kamen gut an – und schmeckten einigen schon vor Ort, uns als Nachlese zu einem ganz besonderen Laufevent dahoam. Hoffentlich bis 2019!