BLV Halbmarathon: die Stars waren die Senioren

Bayerischer Halbmarathonmeister: Addisu Tulu Wodajo (TV 1848 Coburg)

Bayerische Halbmarathonmeisterin: Constanze Boldt (SWC Regensburg)

Von Erwin Fladerer

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Markt Indersdorf, 26. Mai 2019 

Es könnte einem leidtun um den Veranstalter. An den Bayerischen Halbmarathon Meisterschaften 2019 in Indersdorf fanden nur knapp über 100 Teilnehmer den Weg hier. Rundherum Vereine mit großer Läuferzahl, im Dunstkreis der Landeshauptstadt München gelegen. Die SG Indersdorf ist bekannt für große Aktivitäten, ein Verein bei dem Du immer willkommen und herzlich eingeladen bist. Die Läuferinnen und Läufer der SG Indersdorf sind bekannt im Freistaat, die Veranstaltungen stets einwandfrei und gut organisiert. Der nimmermüde „Motor“ und Vorsitzende Michael Rauch pflegt einen guten Kontakt zur Marktgemeinde und zum Bayerischen Leichtathletik Verband, Ministerpräsident Dr. Markus Söder ist der Schirmherr der Veranstaltung, der Bürgermeister gibt den Startschuss. Leise und emsig hat Rauch mit seiner Helferschar auch diese Veranstaltung gemeistert, auch diese bayerische Meisterschaft. Den „Lohn“ gaben ihm die wenigen Teilnehmer, Funktionäre und auch Zuschauer. Da blieb bei diesem Aufwand sicher nichts für die Vereinskasse übrig, das  Gegenteil dürfte eingetreten sein.

Gründe zu suchen, sie zu finden ist sicher schwer. „Hausbackene“ Veranstaltungen von Vereinen organisiert, haben heute grundsätzlich kaum oder keine Zugkraft. Ein Event müsse es sein, Spaß haben fern von Wettkampfatmosphäre. Ja, so kennt es heute die Laufszene. Wer jedoch auch die Wettkampf- und Meisterschaftsszene kennt weiß von Titelträgern an der Spitze, in den Altersklassen und vor allem mit den Teams. Und sie sind unsterblich, die Bayerischen Meister von Annodazumal und auch von heute in Indersdorf.

Man würde den Siegern nicht gerecht werden, wenn man in Anbetracht der geringen Leistungsdichte von schlechten Zeiten sprechen würde. Constanze Boldt (SWC Regensburg) in 1:27:25 Std. und Addisu Tulu Wodajo (TV 1848 Coburg) in 1:11:40 Std. durften die Gunst der Stunde als ihren Erfolg nutzen. Die Stars des heutigen Tages auf dem Dreirundenkurs von Indersdorf aber waren für mich die Senioren. Die ausgezeichneten Leistungen begannen bei der Dritten im Gesamteinlauf der Frauen und W50-Siegerin Christine Ramsauer (Team Memmert) in 1:28:47 Std. und endeten bei Heide Bock als Erste der W75 in 1:56:18 Std. Wohl wissend, dass die fitte Dame des Forstenrieder SC bereits seit zwei Jahren die Deutsche/Europäische und Weltbestleistung in 1:47:20 Std. hält. Im nächsten Jahr ist sie in der W80 startberechtigt – hm. Der Deutsche Rekord liegt hier bei 2:40:39 – hm. Dazwischen eine gute W55-Siegerin Ute Kochsmeier (TSV Allersberg) in 1:34:36 Std. und Karin Rothenberger, die als Erste der W65 in 1:50:51 Std. einlief.

Bei den Männern staunten auch die BLV-Verantwortlichen Willi Wahl und Hans-Peter Schneider nicht schlecht, als der M70-Sieger nach 1:40:24 Std. im Ziel gefeiert wurde. Ludwig Wildemann kommt auch vom schnellen Trainingsgelände des Forstenrieder SC. Das Staunen nahm aber noch lange kein Ende, als Moderator Artur Schmidt den Sieger der M 80 ankündigte. Bernhard Minde, frischgebackener Bayerischer Meister vor zwei Wochen über 10 Kilometer schaffte auch den Halbmarathon in 1:55:41 Stunden. Und bei dem 82-jährigen Trainingspartner von Hans-Peter Schneider von der TS Herzogenaurach sieht das noch nach Laufen aus, was man manchen Altersgenossen nicht ansieht sofern sie überhaupt noch Laufschuhe tragen.

Na ja, auch die Trainer aus Ingolstadt, Regensburg und Fürth hatten ihre Sorgen um die Teilnehmer, als es schon auf der zweiten Runde warm wurde, die Leistungen abnahmen.  Letztlich aber war ihnen die Freude bei so manchem Titelgewinn in den Einzel- oder Mannschaftswertungen anzusehen. Es war damit auch ihr Gewinn – auf Lebenszeit!