Klasse Benefizläufe in New York, Rom und Eiselfing –

Von Erwin Fladerer

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Eiselfing, 11./12. Mai 2019 – Was der „Wings for Life World Run“ seit einigen Jahren auf die Beine stellt, das ist im oberbayerischen Eiselfing schon seit 22 Jahren das Muß der Veranstaltung: 100 Prozent der Start/Sponsorengelder werden für ein gemeinnütziges Projekt zur Verfügung gestellt. Und die betrugen beim „Lauf für ein Leben“ in der kleinen 3000-Einwohner-Gemeinde z.B. in den letzten sieben Jahren stolze 450.000 Euro. Ein verhältnismäßig unübertroffenes Ergebnis, das von der Grund- und Mittelschule Eiselfing gegründet wurde. Elfi Reischl war der Motor, Dietmar Mücke (vielleicht noch besser bekannt als der laufende Pumuckl) der sportliche Wegbereiter der Veranstaltung. Und wenn der Kabarettist Michael Altinger nicht nur der Schirmherr ist, sondern auch schon in Laufschuhen aktiv dabei war, spricht das für eine Dorfgemeinschaft, die was auf die Beine stellen kann. Altinger wohnt hier. Heute organisieren die Ortsvereine gemeinsam das große Läuferfest.

Der Lauf für ein Leben ist so einfach wie grandios. Hinkommen, Anmeldung ausfüllen, Sponsoren- oder eigenes Geld mitbringen, loslaufen. Das ist woanders genauso. Doch dann freue ich mich auf eine Pendelstrecke, die Erlebnisse am laufenden Band liefert. Zwischen Eiselfing und Alteiselfing führt sie einen Kilometer asphaltiert durch Felder und Wiesen, zur einen Seite mit Blick auf die recht nahen Berge, zur anderen auf ein typisch bayerisches Dorf mit der Kirchensilhouette.

Das Wichtigste und Außergewöhnlichste aber sind die Begegnungen auf diesem Kilometer, die so vielfältig wie sonst nirgends sind. Du klatscht mit den Kindern ab und bewunderst eine alte Frau, die mit dem Rollator unterwegs ist. Sie tut sich schwer, hat aber wie ich ein Ziel: für eine gute Sache unterwegs sein. Dann kenne ich mir bekannte Ultraläufer wie Günther Dieplinger,  Andre Lange oder Günther Weitzer. Sie drehen hier gerne ihre Runden und machen Kilometer. Sie sind kurzweilig, vergehen wie im Flug. Nach jeder Wende erhältst Du von gut aufgelegten Helfern der Katholischen Landjugend einen Stempel, es gibt Getränke und Obst. Dann fallen mir viele Leute in Blau auf. Bei näherem Hinsehen sind es Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Bachmehring. Das freut auch Alex Lax, Vorstand und Cheforganisator des TSV Eiselfing. Ich schaue in die Gesichter mancher, die mir entgegenkommen und beobachte darin  eine freudige Leichtigkeit, ob sie nun rennen, laufen, walken oder Spazieren gehen. Kinder zeigen mir mit Stolz ihre Stempelkarte, die mitunter schon 10, 20 oder mehr Stempel, sprich Kilometer aufweist.

Jede/r darf und kann an diesem Event an zwei Tagen teilnehmen. Auf dem Sportplatz spielt eine Band, es riecht -und schmeckt auch- nach Gegrilltem. Man sitzt zusammen, während andere immer noch ihre Runden, sprich Pendelstrecken drehen. Und das ist mein erlebnisreiches Geheimnis hier in Eiselfing und Jahr für Jahr. Vielleicht willst Du es im nächsten Jahr auch kennenlernen?