Ampfinger Freeandoutlauf geniesst die pure Laufleidenschaft

Von Erwin Fladerer
Eine Bildergalerie hier

Zu den blauen Shirts in diesem Jahr fehlte eigentlich nur der blaue Himmel. Doch das Wetter war bei kühlen Temperaturen und fast regenfrei wie gemacht für das Laufen beim Freeandoutlauf in und um die Grüne Lagune im oberbayerischen Ampfing. Deshalb entschieden sich diesmal erstaunlich viele LäuferInnen für einen Dreirundenkurs, sprich für einen Halbmarathon.  Die Runde ist angesprochen, sieben Kilometer lang und landschaftlich vom Feinsten im Isental. Sie kann je nach Lust, Laune und sportlichem Können einmal, zweimal oder dreimal gelaufen werden. Topleute gibt es kaum, denn der Freeandoutlauf kommt ohne offizielle Zeitnahme, Wertung und Startnummer aus. Dafür gibt es schon seit 16 Jahren ein farbig wechselndes Funktionsshirt. Möglicherweise ist auch das ein Geheimnis für den guten Zulauf. Nicht jeder Jogger muss und will sich messen lassen, die Freude am Sport steht hier stets im Vordergrund. Stellvertretend seien hier auch lauffreudige Unternehmer aus der Gemeinde Ampfing genannt, denn Franz Kühn (Steuerberater), Konrad Manghofer (Gas-Wasser-Heizung), Thomas Gruber (Landmaschinen), Manuela Valta (Malermeisterin) oder Stefan Schmid (Sportfachgeschäft Freeandout) schnürten selbstverständlich die Laufschuhe. Dennoch sah man auch den einen oder anderen Klasseläufer aus der Region. So war Markus Siegerstetter aus Neumarkt-St.Veit (LG Passau) über die kurze Distanz der Schnellste. Im Halbmarathon war Waldkraiburg`s Lauf-Dauerbrenner Bernhard Schlesag nicht zu schlagen. Und nicht nur Theo Huhnholt wollte die Bühne des Freeandoutlaufes nutzen, wunderbare Trainingskilometer zu absolvieren. Denn auch der Präsident der Deutschen Ultra Marathon Vereinigung (DUV) Günter Weitzer  aus Schwindegg gab sich die Ehre. Den Hingucker lieferte Lea Zerrer (DJK-SV Oberndorf) beim Kinderlauf, als die erste Elfjährige allen -auch den forschen Buben- auf und davon lief.

Dennoch ist die vorherrschende pure Laufleidenschaft heutzutage keine Garantie für eine gute Zukunft des Freeandoutlaufes. Fragen sollte sich der Veranstalter stellen, denn ein kleiner, aber schon dauerhafter Teilnehmerrückgang auf diesmal vielleicht gut 500 Teilnehmer bleibt nicht verborgen. Ich könnte mir z.B. eine zeitgemäßere Anmeldemöglichkeit via Internet vorstellen (das Shirt als „Startnummer“ könnten dann auch auswärtige Teilnehmer am Veranstaltungstag abholen), ein bischen Programm mit Musik, laufspezifischer Moderation und Aussteller in der „Top-Veranstaltungs-Arena Grüne Lagune“ für ein Apres-Lauf.
Erwin Fladerer