In Kirchdorf am Inn laufen alle bis nach Uganda – über 1000 Kinder und viele Erwachsene für einen guten Zweck

Von Erwin Fladerer und Rosi Ober
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Kann eine Laufveranstaltung überhaupt so viele Zwecke erfüllen wie diese? Kann sie! Diese Benefizveranstaltung in Kirchdorf a.Inn vereinigt caritative, soziale, sportliche, schulische, erholsame wie integrative Zwecke. Die „Bewegungsarena“ ist -idyllisch gelegen- der Kirchdorfer Waldsee. Die Strecke verläuft über eine Distanz von zwei Kilometern um diesen herum, ist schattig (was an diesem Tag von Vorteil war) und gibt immer wieder Blicke auf das Wasser frei. Und wer`s geschafft hat, gönnt sich danach noch ein Bad. Ganze zehn Stunden von 9 bis 19 Uhr darf hier gelaufen und gewalkt werden.Für Motivation sorgten sowohl für Bewegungsmuffel als auch für sportiv Begeisterte alle 100 Meter angebrachte Distanzschilder rund um den See. Bei Start und Ziel herrschte reges Treiben, denn über 1000 Kinder bevölkerten diese natürliche Arena herzerfrischend. Und Organisatorin Doris Rittel strahlt, zurecht. 

Wir treffen Dr. Achim Heinze, Lehrer an der Grundschule Postmünster. Der sportlich vielseitige und erfahrene Pädagoge (und Weltmeister im Rad Langzeitfahren) betreute wie viele andere Lehrkräfte aus der ganzen Umgebung bis nach Österreich hinüber, seine Klasse. Sogar ganze Kindergärten waren hier mit von der Partie, und alle schrien: „Wir kommen nächstes Jahr wieder!“ Warum ist das so, auch im siebten Jahr dieser Veranstaltung „Lauf für uns“? Alle laufen, walken, wandern um den See für eine gemeinsame Sache – eine wohl durchdachte und sehr sinnvolle Sache für Kinder und Menschen in Uganda. Und als ob sie nicht dort, sondern auch hier gegenwärtig wären, zeigte sich eine Verpflegungs-und Erfrischungsstelle auf halber Strecke, die fast ausnahmslos von dunkelhäutigen Männern besetzt war. Eifrig schenkten sie Wasser aus, radelten wieder zur Zapfstelle und brachten frisches Wasser hierher, um dem Ansturm auf Erfrischung gerecht zu werden. Wir fragten nach: es waren Männer aus Sierra Leone – und Mitorganisatorin Marianne Reichhart-Plank mischte sich dazwischen.

Während die Kinder nach ihrer vielseitigen Unterrichtsstunde wieder den Heimweg angetreten haben, kehrt etwas Ruhe ein. Auch für Kurt Lehner, den inspirierenden Moderator, Lehrer und heute in Uganda-Outfit den ganzen Tag im Einsatz. Doch bald tauchen schon wieder Kinder auf, die noch eine oder viele Runden mehr drauflegen möchten, vielleicht ihre Stempelkarte voll bekommen möchten und von den Eltern, von Oma oder Opa als Sponsor noch ein paar Euro in der Hosentasche haben und diese gerne in die Spendenkasse werfen. Denn sie wissen von hier und vom Unterricht, was damit angefangen wird. Und immer weiter finden auch die „großen“ Läuferinnen und Läufer hierher an den Kirchdorfer Waldsee. Bis um 19 Uhr können sie hier ihre Erholungs- oder Trainingsrunden drehen. Vielleicht sogar mit dem ganzen Verein oder ihrer Trainingsgruppe. Das ist kurzweilig, abwechslungs- und hilfsreich zugleich. Also warum nicht schon heute vormerken: am ersten Mittwoch im Juli 2019 wird es wieder soweit sein, dort wo man genüsslich und segensreich laufen und walken kann.