10 Jahre Simsseelauf: Florian Wenzler gewinnt zum vierten Mal – Ein Blick auf die Berge, das Wasser und in die Zukunft

Von Erwin Fladerer
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Simssee, 21. Oktober 2017 – Wer mischte da mit, damit das Jubiläum des 10. Simsseelaufes so verlief, wie es gelaufen ist? Der ausrichtende PTSV Rosenheim mit seinen vielen und erfolgreichen Athleten machen von und für sich schon Werbung. Weil sie auch Woche für Woche bei den Veranstaltungen unterwegs sind. Dann revanchieren sich andere Vereine auch mit der Teilnahme bei den „Postlern“. Aufgefallen ist aber eine sehr große Zahl von vereinslosen LäuferInnen. Neun Jahre Simsseelauf mit konstanten Teilnehmerzahlen und vielleicht immer ein bischen besser geworden ist er auch. Dann lockt natürlich immer ein Lauf am Wasser, die Landschaft und der Blick auf die nahen Berge geben dem Simsseelauf zudem das Prädikat „wertvoll“. Und wenn dann Ende Oktober noch einmal die Sonne scheint, ist der Tag, der Lauf und die Veranstaltung perfekt. Herzlichen Glückwunsch PTSV Rosenheim zum 10-jährigen Jubiläum! Mit einer Rekordteilnehmerzahl von 700 Anmeldungen! 

Florian Wenzler

Die Kirta-Gans ist so etwas wie das Maskottchen oder Wahrzeichen des Simsseelaufes. Die Gewinner hießen Florian Wenzler (LG Würm Athletik , 1:13:04) und Elisabeth Knott (PTSV Rosenheim). Alles gut, weil Florian Wenzler nun nach vier Siegen hintereinander der Rekordgewinner ist, vor dem dreimaligen Sieger und Streckenrekordhalter (1:12:23 Std.) Florian Holzinger. Mit Elisabeth Knott gewann eine Athletin des ausrichtenden Vereins, und in 1:28:51 Std. mit zehn Minuten Vorsprung recht glatt. Immer beliebter wird die HM-Staffel. Warum sie alle den Einzelläufern nicht das Wasser reichen konnten? Hier spielt der gemeinsame Spaß an der Sache die Hauptrolle. Die Teamnamen -Partylöwen, Born to Swim, Team Hoibe Hoibe, d`Wirtsbuam, Hariborunners, Schneckenquartett- bestätigen das. Und ich finde es gut so, dass manche durch solche Teams zum Laufen kommen. Und auch da gab es Gewinner: bei den reinen Damenstaffeln (immer 4er) waren die „Run until you fly der TSG Hausham“ in 1:34:48 vorne, bei dengemischten Team die HSG München in 1:21:29 und bei den Herren die Sportho Lauffeuer 1 Buam vom Lauffeuer Chiemgau in 1:22:16 Std.

Elisabeth Knott

Hier am Simssee geht es noch recht ländlich zu, Traditionen zählen, bayerische. Die Idylle ist wie gemalt, das zieht auch Urlauber und Mitläufer an. Moderator Gert Hänsel kannte die meisten Einheimischen natürlich, und über so manche Zuagroaste hatte er immer das rechte Wort parat. Besonders originell präsentierte sich ein Läufer aus dem Ruhrpott (der Pott kocht) mit Lederhose. Weitere Teilnehmer kamen aus Berlin, Darmstadt, Coburg und ein Schwung aus Oberösterreich (mit dem Zweitplatzierten Manfred Steger vom LC Sicking, 1:16:51). Nicht in Grün oder Blau, sondern in weißen Laufshirts fielen eine ganze Reihe von Teilnehmern der „RC Abschnitt Mitte“ auf. Dem Insider sind sie schon länger bekannt und sie werden immer mehr. Schlägt hier schon der in Bayern gestiegene Polizeieinsatz zu Buche. Peter Heidenreich jedenfalls bringt immer öfter und immer mehr seiner Polizeikolleginnen-, kollegen- und angehörigen im Laufschritt zu diversen Veranstaltungen in Bayern und „Drumherum“. Vielleicht sind sie auch am kommenden Freitag, den 27. Oktober um 14.30 Uhr ganz in der Nähe dabei, wenn es in Bruckmühl einen einmaligen Lauf gibt. Einmalig deswegen, weil es ihn im Zuge der offiziellen Einweihung der neuen Mangfallbrücke nur einmal geben wird. Sechs Kilometer, ohne Zeitnahme, aber wie gesagt: einmalig! 

Herbstlandschaft pur am Simssee

Wenn ich nach zehn Jahren Simsseelauf über die Zukunft der Veranstaltung philosophiere, dann nicht ohne den gerade an diesem Tag traumhaften Blick vom Startort Moosen auf den Simssee, über die grünen Wiesen und goldenen Bäume auf die Kette der Chiemgauer Berge. Manche Läufer hatten die Muße, diesen Landschaftslauf zu genießen, auch wenn unterwegs 150 Höhenmeter auf und ab zu bewältigen waren. Denn auch nach drei Stunden waren die fleissigen Helfer des PTSV Rosenheim noch an Ort und Stelle, um die „Genussläufer“ zu empfangen. Mit Obst, Getränken und einem alkoholfreien „Manna“ vom Auerbräu. Die wenigsten denken dabei auch an die Zeitnehmung. Stefan Kurz und sein „Tiger Timing“ haben hier nicht nur größte Verantwortung, sie werden dabei immer noch besser. Auch der Moderator Gert Hänsel, selbst ein erfahrener Ausdauerspezialist in Sachen Laufen, hielt mit seiner Stimme durch. Um sich anschließend wie für die Teilnehmer angeboten, eine Massage bei der Physiotherapie Schimanski zu gönnen? Ist das alles nicht beste Werbung für die Zukunft des Simsseelaufes? Ich freue mich schon auf den nächsten, wenn es wieder um die Kirtagans geht an einem ähnlich schönen Herbsttag am Simssee wie heute.